Gelber Pilz am Baum –
was steckt dahinter und wie gefährlich ist er?
Ein gelber Pilz am Baum sorgt bei vielen Grundstücksbesitzern zunächst für Unsicherheit. Besonders auffällig sind große, leuchtend gelbe Fruchtkörper, die plötzlich am Stamm oder an einem alten Baumstumpf erscheinen. Ist der Baum krank? Besteht Gefahr? Oder handelt es sich um einen harmlosen Pilz?
In diesem Beitrag erfährst du, was ein gelber Pilz am Baum bedeuten kann, warum gerade der Gemeine Schwefelporling häufig dahintersteckt und wann fachliches Handeln erforderlich ist.

Gelbe Pilze am Baumstamm – häufig ein Warnsignal
Tauchen gelbe Pilze am Baumstamm oder an der Basis eines Baumes auf, ist das meist kein Zufall. Pilze wachsen dort, wo Holz geschädigt oder bereits zersetzt ist. Besonders problematisch wird es, wenn der Pilz nicht nur oberflächlich sitzt, sondern auf Fäulnis im Inneren des Holzes hinweist.
Ein gelber Pilz ist deshalb weniger ein optisches Problem, sondern eher ein Hinweis auf einen geschwächten oder bereits geschädigten Baum.

Gemeiner Schwefelporling (Schwefelpilz): der häufigste „gelbe Pilz am Baum“
Sehr oft handelt es sich bei dem gelben Pilz um den Gemeinen Schwefelporling (auch Schwefelpilz genannt).
Er ist leicht zu erkennen:
- leuchtend gelb bis orange
- meist fächer- oder konsolenförmig
- wächst direkt aus Stamm, Wurzelbereich oder Baumstumpf
- tritt häufig an Laubbäumen wie Eiche, Weide, Robinie oder Obstbäumen auf.
Der Schwefelporling verursacht eine sogenannte Braunfäule. Dabei wird das Holz im Inneren spröde und verliert massiv an Stabilität – oft lange, bevor äußerlich Schäden sichtbar sind.[DS2]
Gelbe Pilze auf Baumstumpf – weniger gefährlich, aber nicht harmlos
Nicht immer wachsen Pilze an einem lebenden Baum. Gelbe Pilze auf einem Baumstumpf sind ebenfalls verbreitet, besonders nach einer Fällung. In diesem Fall zersetzen sie abgestorbenes Holz – ein natürlicher Prozess.
Trotzdem gilt:
- Pilzbefall am Stumpf kann auf verbleibende Wurzelfäule hinweisen.
- Benachbarte Bäume können über Wurzelkontakte gefährdet sein.
- Der Standort bleibt oft instabil.
Gerade bei geplanten Neupflanzungen oder Bauvorhaben sollte geprüft werden, ob der Baumstumpf vollständig entfernt werden sollte.
Ist ein Baum mit gelbem Pilz noch zu retten?
Eine der häufigsten Fragen lautet: Muss der Baum sofort gefällt werden?
Die Antwort lautet: Nicht automatisch – aber Vorsicht ist geboten.
Ob ein Baum mit Schwefelpilz oder anderen Baumkrankheiten noch standsicher ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Ausmaß der inneren Fäule
- Standort (Nähe zu Gebäuden, Wegen, Spielbereichen)
- Baumart und Alter
- Kronenzustand.
Eine fundierte Einschätzung ist hier entscheidend. Weitere Informationen zu typischen Schadbildern finden Sie auch im Beitrag Baumkrankheiten.
Wann wird der gelbe Pilz am Baum gefährlich?
Ein gelber Pilz sollte immer ernst genommen werden, insbesondere wenn:
- der Pilz regelmäßig wiederkehrt
- Risse oder Hohlstellen am Stamm sichtbar sind
- Äste unerwartet abbrechen
- der Baum im öffentlichen oder privaten Verkehrsraum steht.
In solchen Fällen kann die Standsicherheit stark eingeschränkt sein. Dann stellt sich oft auch die Frage nach einer Fällung.
👉 Welche gesetzlichen Zeiträume dabei zu beachten sind, erklären wir im Beitrag
Zeitraum zum Bäume fällen.
Pilzbefall und ZTV-Baumpflege – warum Fachstandards wichtig sind
Die Beurteilung pilzbefallener Bäume erfordert Erfahrung und Fachwissen. Regelwerke wie die ZTV-Baumpflege geben dabei klare Leitlinien vor, wie mit geschädigten Bäumen umzugehen ist – von der Kontrolle bis zur Maßnahme.
Wenn du wissen möchtest, welche Standards bei der Bewertung und Pflege gelten, empfehlen wir den Beitrag ZTV-Baumpflege.
Was solltest du tun, wenn du einen gelben Pilz am Baum entdeckst?
Diese Schritte helfen dir weiter:
- Nicht ignorieren – Pilzbefall ist fast immer ein Warnsignal
- Baum beobachten – verändert sich Krone, Rinde oder Standfestigkeit?
- Fachliche Einschätzung einholen – statt selbst zu spekulieren
- Risiken bewerten – besonders bei Nähe zu Menschen oder Gebäuden
Eigenmächtige Schnitte oder das Entfernen des Pilzes lösen das Problem nicht – die Ursache liegt meist im Inneren des Holzes.
Fazit: Gelber Pilz am Baum ist mehr als ein optisches Problem
Ein gelber Pilz am Baum, insbesondere der Gemeine Schwefelporling, ist ein ernstzunehmender Hinweis auf Holzschäden und mögliche Instabilität. Ob der Baum erhalten werden kann oder Maßnahmen notwendig sind, lässt sich nur durch eine fachliche Bewertung zuverlässig klären.
Je früher reagiert wird, desto besser lassen sich Risiken einschätzen und Folgeschäden vermeiden. Wenn Unsicherheit besteht, ist eine fachliche Einschätzung immer der richtige Schritt.
Der Baumdienst Harazin hilft Ihnen dabei gern weiter – mit Erfahrung, geschultem Blick und einer fundierten Beurteilung des Baumzustands.





















